CBRN-Einheit Landkreis Hildesheim - 24 h Service inkl.Hausbesuche

 

40 Jahre ABC-Zug  1972/2012 

Mit  Wirkung vom 30.4.1971 wurde der 2. Zug der Luftschutz- und  ABC-Meßbereitschaft Nr.2 des Luftschutzhilfdienstes auf den Landkreis  Hildesheim übergeleitet. Vom Bund wurde als Ausrüstung ein  Vorausentgiftungsfahrzeug (Unimog) zur Verfügung gestellt. Als ortsfeste  Einrichtung stellte der Bund die im dritten Reich gebaute Funk- und  Meßstation am Messeberg bei Feldbergen zur Verfügung. Damit stand der  Landkreis Hildesheim vor der Aufgabe, eine eigene ABC-Einheit  aufzustellen. Die Kreisverwaltung beauftragte die Kreisfeuerwehr mit der  Aufstellung eines ABC-Zuges aus den Reihen der Feuerwehr.Auftrag  dieser ABC-Fachdiensteinheit im Verteidigungsfall war und ist die  Feststellung von Gefahren, die von atomaren, biologischen und chemischen  Kampfmitteln ausgehen, sowie die Dekontamination von Menschen,  Gegenstände und Gelände. 

Im  Herbst 1972 erschien der damalige Kreisbrandmeister Kurt Rühmkorf mit  dem Leiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale, Hauptbrandmeister Rudi  Busche auf einer Kommandositzung der Feuerwehr Hoheneggelsen, um nach  einem Führer des aufzustellenden ABC-Zuges Ausschau zu halten. Kamerad  Wilhelm Ruthemann aus Hoheneggelsen wurde schließlich dazu ausersehen,  den ABC-Zug aufzustellen und zu führen. Aus Kameraden der  Ortsfeuerwehren Hoheneggelsen, Feldbergen, Mölme, Steinbrück und Oedelum  wurde der ABC-Zug aufgestellt und stand personell Anfang 1973. Wilhelm  Ruthemann wurde der erste Zugführer der neuen Einheit.1975  erfolgte die Zuweisung eines ABC-Erkundungskraftwagen (ErkKW) VW181  “Kübel” durch den Bund. Die materielle Einsatzbereitschaft war damit  noch nicht erreicht. Erst in den folgenden Jahren kam es zur weiteren  Ausstattung des Zuges mit Fahrzeugen und Gerät.Manfred Ostwald  löste 1976 den Kameraden Wilhelm Ruthemann als Zugführer ab. Im Jahr  1978 wurde in Hoheneggelsen anläßlich des 5-jährigen Bestehens des  ABC-Zuges ein Tag der offenen Tür zusammen mit der Jugendfeuerwehr  Hoheneggelsen durchgeführt. Zu sehen waren Vorführungen von Erkundung  und Dekontamination, auch eine “Atomdetonation” wurde pyrotechnisch  dargestellt. Nunmehr verfügte der ABC-Zug über ein  Dekontaminationsmehrzweckfahrzeug (DMF-Bund). In den Jahren 1978 bis  1982 wurde der Katastrophenschutzstützpunkt Messeberg umgebaut und  renoviert, die Kameraden des Zuges leisteten hierbei ca. 3000  Arbeitsstunden. Im Februar 1982 erfolgte die offizielle Übergabe durch  Oberkreisdirektor Michael Schöne, daran erinnert noch heute ein  Gedenkstein auf dem Gelände.So konnte 1983 der 10. Geburtstag  des ABC-Zuges auf dem Messeberg gefeiert werden. Zum Tag der offenen Tür  erwartete die Besucher ein Großangebot an Feuerwehrfahrzeugen, auch  Werk- und Berufsfeuerwehren waren mit Fahrzeugen präsent. Vielfältige  Vorführungen von der Brandbekämpfung bis zum Einsatz eines Hubschraubers  rundeten das Programm ab. Bis 1988 wurden vom Landkreis ein  Zugtruppkraftwagen und ein LKW-Dekon (MAN-VW 7.4t) beschafft, der Bund  wies einen zweiten Erkundungskraftwagen (VW-Bus) zu. Somit war der  ABC-Zug nunmehr einsatzbereit im Sinne des eigentlichen Auftrages. 1989  beschaffte der Landkreis einen Spür-/meßkraftwagen (SMKW).Bei  dem SMKW handelt es sich um einen VW-Bus Doppelkabine mit Pritsche.  Durch die Firma Tostmann in Klein Himstedt erfolgte ein Aufbau mit  Geräteräumen. Das Fahrzeug führt die komplette Ausrüstung für zwei  Erkundungstrupps mit, u.a. Spür- und Meßgeräte, Preßluftatmer,  Chemikalienschutzanzüge, 2m-Funkgeräte mit Ladestationen. Zusammen mit  dem LKW-Dekon konnte nun die gesamte Ausrüstung auf den Fahrzeugen  verlastet werden. Die Fahrzeuge des ABC-Zuges sind zentral in einer  KFZ-Halle der Firma Scholz in Hoheneggelsen untergebracht. Damit war der  ABC-Zug nunmehr auch ausgerüstet im neu erstellten Konzept der  Gefahrenabwehr “Gefährliche Stoffe und Güter” mitzuwirken. Danach ist  der ABC-Zug der Kreisfeuerwehr, neben seiner Funktion als  Katastrophenschutzeinheit, eine überörtliche Unterstützungseinheit der  von den Gemeinden im Kreisgebiet aufgestellten Gefahrgutzüge. Vor dem  Hintergrund des Rückgangs der Ausstattung durch den Bund aufgrund der  allgemeinen Entspannungslage in Europa, folgte in den folgenden Jahren  eine weitere Ergänzung der Ausrüstung im Bereich “Gefährliche Stoffe und  Strahlenschutz”, parallel dazu wurde die Ausbildung der Einheit seit  1992 auf dieses Einsatzspektrum ausgeweitet. Maßgeblich vorangetrieben  wurde die Ergänzung vom damaligen Zugführer Manfred Ostwald, dessen  Dienstzeit im Sommer 1994 endete. Es folgte als Zugführer bis Herbst  1996 der Kamerad Sascha Lemberg (FF Barienrode, jetzt Oedelum). Von  Oktober 1996 bis Dezember 1998 wurde der ABC-Zug von Kamerad Uwe Meyer geführt, dessen starke Lobby in  der Kreisfeuerwehr weitere Anschaffungen ermöglichten. Seit Anfang 1999  wird er ABC-Zug nun von Michael Buß (OF Dehnsen) geleitet. 2011 wurde der ABC-Zug von Maik Büssing aus der OF Dingelbe übernommen. 

Mit der Anschaffung von Funkmeldeempfängern  (Vollausstattung aller Helfer) durch den Landkreis ist die  Alarmierbarkeit des Zuges auch für Feuerwehreinsätze sichergestellt. Mit einführung des digitalen Alarmierungssystem wird nun bei jedem Gefahrguteinsatz im LK Hildesheim der ZF/stellv.ZF mitalarmiert, um vor Ort fachlich zu beraten. 

Seit Ende 1997 verfügt der Zug über eine komplette  Strahlenschutzsonderausrüstung für eine Gruppe im  Feuerwehrstrahlenschutzeinsatz.  

Aufgrund der Räumung der alten Unterkunft auf dem  Messeberg zwischen Feldbergen und Hoheneggelsen im Jahre 1999 und dem  bevorstehenden Vertragsablauf des Mietvertrages der KFZ - Halle in  Hoheneggelsen, musste nun eine neue Unterkunft bzw. Fahrzeughalle  gefunden werden . Durch die zwischenzeitliche Auslieferung des Dekon-P  Fahrzeuges im Jahr 2000 und die Möglichkeit einer Standortverbesserung,  (zentraleren Lage im LK Hildesheim) ergaben sich bessere  Grundvoraussetzungen für die Unterstützung der Gefahrgutzüge.

Nach  langem Suchen und mehrer Verhandlungen mit dem Landkreis war das  Ehepaar Hillebrand aus Groß Düngen bereit dem ABC - Zug eine Halle als  Mietobjekt zur Verfügung zu stellen. Da diese Halle eine sehr  günstige Anbindung zur FTZ (ca. 500m) hat, kann der ABC - Zug die  Fahrzeuge und Räumlichkeiten der Einrichtung in Anspruch nehmen.Die neue Fahrzeuhalle des ABC - Zuges bietet Platz für insgesamt  8 Fahrzeuge .